Westwall-Divide Teil 2

by Benni

Radfahren verbindet. Das gilt besonders für die Tour, die ich hier beschreiben will. Ohne die gemeinsame Leidenschaft wären Guido Dreesen, Holger Loosen und ich wohl nie aufeinander getroffen. Durch den Eifel Graveller aber haben wir uns letztes Jahr kennengelernt. Holger organisiert das Event, Guido und ich sind mitgefahren. Jetzt, knapp ein Jahr später, treffen wir uns wieder, um Holgers neue Route, die Westwall-Divide, zwei Tage lang zu testen.

Holger kommt aus der Eifel und arbeitet bei der Bahn, Guido wohnt in Antwerpen und arbeitet als Feuerwehrmann, ich lebe zur Zeit in Gevelsberg und bereite mich auf die Arbeit als Entwicklungshelfer vor. Welch ganz unterschiedlichen Lebenshintergründe und -formen! Und doch eint uns, dass wir gerne viele Stunden auf einem Gefährt verbringen, das sich Fahrrad nennt.

So treffen wir und unsere drei Fahrräder eines Morgens am Bahnhof in Trier aufeinander. Ich bin zwei Tage lang von Aachen aus hierhin gefahren (siehe Westwall-Divide Teil 1), Guido und Holger sind mit der Bahn angereist. Gemeinsam wollen wir die nächsten beiden Tage der Route in südliche Richtung folgen. Zwei weitere Tage Bunkerruinenerkundungen und Panzersperrenüberwindungen stehen bevor.

Wo sind hier bitte die Highlights?

In Trier fühlen wir uns zunächst verpflichtet, den „Highlights“ wie der Porta Nigra und dem Dom einen Besuch abzustatten. Wir knipsen ein paar Fotos, dann stürmen wir aber schon weiter und aus der Stadt hinaus, wir sind schließlich nicht für eine Städtetour gekommen. Zudem sind wir drei uns einig, dass wir lieber über einsame Waldwege fahren, als über verkehrsreiche Stadtstraßen.

Vor der Porta Nigra in Trier

Wir folgen ein wenig der Mosel. Kurz hinter Trier, in Konz, mündet die Saar in die Mosel. Auf diesen Fluss werden wir die nächsten Tage immer mal wieder treffen. Direkt folgen werden wir der Saar allerdings nur selten – das wäre ja zu einfach. Stattdessen geht es noch in Konz den ersten steilen Anstieg hinauf.

Serpentinen führen uns zwischen Weinreben einen Hügel hinauf. Oben erwartet uns der erste Panoramablick. Das wiederholt sich die nächsten beiden Stunden: Wir treffen auf viele Weinreben, ab und an auch auf die Saar und rollen über Felder mit gutem Blick in die Ferne. Allerdings führt uns der Track nur selten durch Wälder. Damit treffen wir auch auf keinen einzigen Bunker.

Zu Beginn führt uns der Track über viele Felder mit schönem Blick in die Ferne

Ich fange an zu scherzen: „Holger, wo sind denn jetzt die ganzen Highlights?“ Gestern und vorgestern bin ich mit Stefan gefühlt alle paar Minuten an einem Bunker vorbeigekommen, jetzt sehen wir keinen einzigen. „In der Eifel gibt‘s deutlich mehr“, meint Holger. „Aber es kommen schon noch welche.“

Guido findet sowieso alles prima, ist glücklich, wenn er sein Rad fahren kann. Das liebe ich so an der belgischen Art, diese entspannte Lebenshaltung. Und er hat ja auch Recht! Es ist überall schön. Ich bin nur darauf eingestellt, Bunker und Panzersperren zu sehen, erwarte hinter jeder Kurve auf ein Überbleibsel des Westwalls zu treffen.

Der Höckerlinienpfad

Kurz, nachdem wir die Grenze zum Saarland überqueren, wird diese Erwartung abrupt erfüllt. In der Nähe des Ortes Orscholz erreichen wir eine lange Panzersperrenlinie, die nicht nur sehr gut erhalten ist, sondern durch die auch ein Weg, der Höckerlinienpfad führt. Eigentlich ist das Radfahren auf diesem verboten, aber da gerade keine Wanderer unterwegs sind, wagen wir es, unsere Räder wo es möglich ist durch die Panzersperren hindurchzufahren – mehr „Westwall-Divide“ geht wohl nicht!

Wir sind beeindruckt von diesem Bauwerk. Mit massig viel Zement wurden hier tonnenschwere Zacken in die Erde versenkt. Selbst wenn man hier der Natur freies Spiel lassen würde – diese Dinger werden wohl noch viele Jahrhunderte unverändert hier stehen. Man müsste sie schon mit schweren Geräten und viel Aufwand räumen.

Aber das ist wohl gar nicht so schlecht, wird man so doch noch in vielen Generationen an die Grauen des zweiten Weltkriegs erinnert. Auch die Schützengräben direkt neben den Höckern, von denen man noch leichte Überreste erkennt, erinnern daran, dass hier vor 75 Jahren viele Menschen ihr Leben verloren haben.

Kontraste beim Bikepacken

Kurz, nachdem wir den Höckerlinienpfad hinter uns lassen, treffen wir auf ein „Highlight“ ganz anderer Art: Wir rollen unter einem riesigen Baumwipfelpfad entlang und gelangen zu einem Aussichtspunkt, von dem wir an der Seite von vielen Touristen die Saarschleife bewundern.

Zugegeben, hierbei handelt es sich schon um einen beeindruckenden Ort. Die Saar macht hier eine ganz eigentümliche, enge Kurve. Zusätzlich ist der Baumwipfelpfad mit dem großen Aussichtsturm an seinem Ende ein ganz besonderes menschliches Baumwerk. Aber wie immer auf einer Radtour sind es nicht diese von Touristen bevölkerten Orte, die mich besonders anziehen.

Die Saarschleife

Auch Holger und Guido geht es so. Besonders Holger hat Probleme mit großen Menschenansammlungen. Er redet ganz offen über diese und andere psychische Kämpfe, die ihn in seinem Leben immer wieder geplagt haben, auch weiterhin umtreiben und die ihn immer wieder neu Entlastung beim Fahrradfahren suchen lassen. Er redet ganz offen darüber, um auf die weite Verbreitung von psychischen Erkrankungen aufmerksam zu machen. Gerade deswegen bewundere und schätze ich ihn sehr.

Wir mischen uns also nur kurz unter die Touristen und steuern stattdessen eine Bäckerei im nahegelegenen Orscholz an. Hier legen wir unsere erste Essenspause ein, kaufen gefühlt das halbe Sortiment auf und vernichten es noch vor der Bäckerei – Bikepacking in Reinkultur!

Ein erster Boxenstopp beim Bäcker in Orscholz

Schwerter zu Pflugscharen, Bunker zu Museen…

Der Saar-Hunsrück-Steig führt uns erneut hinab an die Saar. Dort, in den Kleinstädten Mettlach und Besseringen, treffen wir auf die ersten Westwall-Museen. Es handelt sich dabei um gut erhaltene Bunker, die man meist am Wochenende besichtigen kann. Ich muss unweigerlich an einen Vers aus dem alttestamentlichen Micha-Buch denken, wo ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft geworfen wird:

„Dann schmieden sie die Schwerter zu Pflugscharen um, die Speere zu Messern für Winzer. Kein Volk greift mehr das andere an, und niemand übt mehr für den Krieg.“
Micha 4,3

Man könnte ergänzen:

„Dann werden sie Bunker zu Museen umfunktioniert, Panzersperren zu einem Hindernisparcours für Fahrräder.“

…aber wie weit darf Humor hier gehen?

Bei den meisten dieser kleinen Bunkermuseen muss man sich für eine Begehung vorher anmelden, was wir natürlich nicht gemacht haben. Und überhaupt ist die Besichtigungsmöglichkeit durch Corona vermutlich gerade eingeschränkt.

Wir lassen es uns aber nicht nehmen, zumindest von außen die Bunker zu erkunden. Besonders beim Bunker in Besseringen, dem laut Infotafel einzigen „in seiner Bausubstanz mit allen Waffenkuppeln erhaltenen B-Werk“, halten wir uns lange auf. Als wir aber in großem Übermut sogar damit anfangen, auf die Waffenkuppeln zu steigen, um die verrücktesten Fotomotive zu schaffen, frage ich mich auf einmal, ob das nicht etwas zu weit geht, ob wir uns hier nicht gerade ziemlich pietätlos verhalten?

Aber dann kommt mir der Gedanke, dass es unterschiedliche Arten von Humor gibt. Es gibt Sarkasmus oder sogar Zynismus, mit dem man ohne Hoffnung auf diese Welt blickt und deshalb – in gewisser Weise aus trauriger Alternativlosigkeit – lacht. Und es gibt Humor, der von Hoffnung getragen ist, mit dem man auf Überbleibsel des grauenhaften Krieges blickt und – ja, lacht. Man lacht in der Hoffnung, dass irgendwann alle Bunker zu Museen und zu Spielplätzen für Fahrradfahrer werden. Man lacht in der Hoffnung, dass irgendwann kein Mensch mehr hinter Wänden aus Beton und Stahl Schutz suchen und auf andere Menschen schießen muss.

Ich denke, dass es erlaubt ist, ja dass es sogar durchaus Sinn macht, auf diesen Bunkeranlagen zu tanzen, zu spielen und auf ihnen zu lachen. Mit dem Wissen um die geschehene Katastrophe bei gleichzeitig guter Zuversicht greift man damit den vorausgesagten Dingen ein klein wenig vorweg.

Bunker wurden selten direkt am Fluss gebaut

Auch in Besseringen folgen wir nur kurz der Saar, bevor uns der Track erneut die Hügel, die das Saartal flankieren, hinaufschickt. Dieser Westwall-Divide geht wirklich an die Substanz, kontinuierlich werden wir bergauf und bergab geführt.

Aber wie sollte es auch anders sein? Die Bunkeranlagen wurden hier nur selten direkt am Fluss, sondern vielmehr in Hanglage gebaut. Aus dieser sicheren und erhöhten Position ließ sich solch ein Flusstal ideal überblicken und verteidigen. Die meisten der Bunkerruinen liegen also tief in Wäldern, abseits von Hauptstraßen und lassen sich nur mit dem Überwinden von vielen Höhenmetern erreichen. Holger hat diese vielen Wegpunkte ausgewählt und sie schlichtweg mit Hilfe des MTB-Modus von Komoot verbunden.

Manchmal überwinden wir also hunderte Höhenmeter, kämpfen uns über unwegsames Terrain und kommen schließlich doch nur an einer kaum noch erkennbaren Bunkerruine an. Meiner Meinung nach könnte Holger hier viele Passagen vereinfachen, indem er nicht alle Bunkerreste auf den Track integriert. Dann wäre der Westwall-Divide nicht nur eine Strecke für die größten Ausdauersportler. Das würde ich mir sehr wünschen, handelt es sich doch um eine geniale, interaktive Bildungsmöglichkeit!

Je härter, desto besser

Aber zum einen fordert eine solche Streckenanpassung und -verbesserung viel Zeit und „Scoutingtouren“; zum anderen lieben Holger und auch Guido möglichst anspruchsvolle Strecken. Die beiden sind zum Beispiel das Rennen A-Cross the 3, Guido zusätzlich A-Cross the 5 gefahren. Etwas härteres kann man sich als Cross-Country-Mountainbiker wohl kaum antun, es gilt dort das Motto: „Wenn es einfach wäre, würde es jeder machen.“

Immer, wenn wir jetzt unsere Räder unfahrbar steile Anstiege hinauf schieben oder über Baumstämme wuchten, schauen sich Guido und Holger an, sagen „wie beim A-Cross the 3!“ und lachen – sie scheinen es offensichtlich zu genießen.

Ich schätze mich selbst zwar nicht als völlig konditionslos ein, die beiden sind mir im Moment trotzdem deutlich überlegen. Und auch technisch sind sie um einiges geübter und erfahrener. Auf der besonders steilen Abfahrt nach Beckingen kann ich so gerade eben einen Sturz verhindern, während Guido und Holger spielerisch bergab sausen.

Besonders Holger beeindruckt mich dabei, ist er doch nicht wie Guido und ich mit einem gefedertem Mountainbike, sondern auf einem Gravelbike mit relativ dünnen Reifen unterwegs. Trotzdem überholt er mich gerade auf technisch anspruchvollen Passagen andauernd – Chapeau!

Als wir am Abend des ersten Tages Beckingen erreichen und in einer Pizzeria Halt machen, bin ich deshalb besonders erleichtert. Nach einem wahren Pizzafest finden wir hinter dem Ort eine geräumige Wanderhütte, in der wir die Nacht verbringen.

Routine und Reifenpanne

Der nächsten Morgen verläuft fast schon nach Routine: Es geht erneut knackige Anstiege hinauf, wir besichtigen einige Ruinen… dann hat mein Hinterreifen auf einmal keine Luft mehr. Oh, immer diese störrischen Hinterreifen! Nachdem ich auf meinen letzten Touren fast immer einen Durchstich hatte, bin ich vom Conti Race King auf den Vittoria Mezcal umgestiegen. Aber auch dieser Reifen ist offensichtlich kein Wunderwerk, mal wieder gibt es einen großen Schlitz, den die Silikonmilch nicht abdichten kann.

Wie gut, dass ich einen routinierten belgischen Bikepacker an meiner Seite habe. Guido zeigt mir, wie er mit solchen Pannen umgeht: Er rammt ohne zimperlich zu sein die Dichtungssalami in das Loch – dies mit solch brachialer Gewalt zu tun, habe ich mich nie getraut. Aber siehe da, der Pfropfen hält! Wir können direkt weiterfahren.

Guido repariert ohne Probleme meinen Reifen

Bunker zwischen Spielplätzen und Müllcontainern

Die folgenden Kilometer fordern den Reifen dann ausnahmsweise mal nicht sonderlich. Wir erreichen die flache Ebene des Saarlandes. Eine kleine Randbemerkung: Es ist für mich das erste Mal, dass ich mit dem Fahrrad das Saarland bereise. Seit dem gestrigen Tag habe ich damit alle deutschen Bundesländer auf zwei Rädern erkundet.

Diese flache Ebene rund um die Hauptstadt Saarbrücken ist dicht besiedelt. Zusätzlich gibt es viel alte Industrie, die von dem einstigen Kohlebergbau zeugt. Auf Grund der kriegswichtigen Industrie musste diese Region auch mit vielen Wehr- und Bunkeranlagen versehen werden. Wir klappen einige davon ab, die sich hier ausnahmsweise nicht in dichten Wäldern verstecken, sondern zwischen Wohnblocks, Spielplätzen und sogar Müllcontainern liegen – bzw. wurden im Laufe der letzten Jahrzehnte diese ganzen städtischen Anlagen um die alten Bunkeranlagen gebaut.

Das wird für uns allerdings zum Problem: Holger hat auch hier einige Bunkerreste zu einem Track verbunden, oft treffen wir aber nur Wohnhäuser an und suchen vergeblich nach Spuren aus dem zweiten Weltkrieg. Wir nehmen es mit Humor. Holger hat die Idee, sollte er diese Route irgendwann einmal zu einer Veranstaltung machen, an einer der Stellen in Mitten eines Wohngebietes einen aufblasbaren Bunker zu platzieren.

Ein Berg in der Ferne

Wir werden getröstet durch einen Blick in die Ferne. Schon von weitem erkennen wir einen regelmäßig geformten Hügel mit einem futuristischen Gebilde auf seinem höchsten Punkt. Das erinnert mich an die Halde Hoheward bei Recklinghausen und die Night of the 100 Miles, die auf jener Halde endet. Holger ist dieses Event durch das Ruhrgebiet auch schon gefahren. Wir sind uns einig: Auf diese saarländische Halde müssen wir auch hoch!

Der Track führt uns zwar direkt an der Halde mit Namen Duhamel vorbei, allerdings nicht auf sie hinauf. Aber gut, dieser komische Berg ist natürlich auch nicht Teil des Westwalls. Ich ziehe Holger trotzdem damit auf: „Da führst du uns schon an dieser Sehenswürdigkeit vorbei, aber doch nicht hinauf?“ Er nimmt es glücklicherweise auch mit Humor. Bei der verbesserten Version wird diese Halde natürlich mit eingebaut. Ich könnte mir sie ja auch sehr gut als Checkpoint vorstellen.

Wir strampeln uns eine steile Piste auf die Halde hinauf und genießen oben angekommen das 360 Grad Panorama auf das Saarland. Der Polygon, diese erst 2016 eröffnete Skulptur und gleichzeitig Aussichtsplattform ist Corona-bedingt zwar noch gesperrt, aber die Plattform darunter genügt uns Schaulustigen auch.

In den Wäldern vor Saarbrücken

Nach Saarlouis und der Halde führt uns der Track nochmals in hügelige Gefilde und einsame Wälder. Hier gilt es besonders anspruchsvolle Passagen zu meistern, immer wieder müssen wir unsere Räder schieben und tragen.

Dafür treffen wir hier, vor den Toren der saarländischen Hauptstadt, auf besonders große Bunkeranlagen. An einer Stelle ist die Bunkerdichte besonders groß, womöglich waren diese Bunker sogar durch unterirdische Gänge verbunden? Ich wundere mich zusätzlich, wie man den ganzen Zement und Stahl in diese dichten Wälder bekommen hat. Dagegen sind unsere Strapazen auf den Rädern wohl ein Kinderspiel.

Von Saarbrücken selber sehen wir anschließend nur die Außenbezirke. Ich werde allerdings morgen früh von hier den Zug nach Stuttgart nehmen, davor werde ich das Zentrum der Stadt ein wenig erkunden.

Abschied in der Wanderhütte

Wir schlagen uns stattdessen erneut in die Hügel außerhalb der Stadt. Auf der Karte habe ich mir bereits eine schöne Wanderhütte für die Übernachtung ausgesucht – doch sieh an, als wir dort ankommen, liegt dort doch tatsächlich schon ein anderer Radfahrer drin. Er schläft offensichtlich schon, ist in einem Schlafsack eingepackt und rührt sich nicht. Da wollen wir nicht stören. Wir rollen leise weiter.

Glücklicherweise wartet ein paar Kilometer weiter ein weiterer Unterstand, der nicht belegt ist und genügend Platz für uns drei liefert. Wir rollen unsere Matten und Schlafsäcke aus, anschließend tauschen wir die geschossenen Fotos der letzten beiden Tage aus und blicken dankbar zurück. Was für eine schöne, lustige und lehrreiche Tour das war!

Die letzte gemeinsame Übernachtung in einer Wanderhütte

Am nächsten Morgen setzen Guido und Holger ihre Reise auf dem Westwall-Divide fort, während ich zurück nach Saarbrücken fahre. Wir verabschieden uns, wahrscheinlich werden wir uns die nächsten Jahre nicht wiedersehen.

Aber durch das Internet bleiben wir verbunden. Ich werde besonders gespannt die Entwicklungen rund um den Westwall-Divide verfolgen. Ich wünsche dieser Strecke ganz viele neugierige Fahrer!

Ergänzung:
Ist “Westwall-Divide” der richtige Name?

Am nächsten Tag, während ich im Zug sitze, grüble ich darüber nach, ob Westwall-Divide für diese Strecke der richtige Name ist. Divide bedeutet schließlich Teilung, Trennung. Im Falle von anderen MTB-Routen sind Wasserscheiden namensgebend für die Route.

Am berühmtesten ist die Great-Divide-Route, sie führt fast 5000 Kilometer lang von Kanada bis nach Mexiko durch die Rocky Mountains und folgt dabei eben der Trennlinie, auf der das Wasser entweder gen Osten oder gen Westen seinen Weg nimmt.

Auch im Falle des Westwalls wurde etwas getrennt, allerdings nicht der Weg des Wassers, sondern zwischen Nationen und Menschen. Der Westwall markierte klar: Hier sind WIR, dahinter die ANDEREN. Die Route des Westwall-Divides erinnert an diese traurige Trennung.

Der Westwall hat Menschen und Nationen getrennt

Gleichzeitig kann die Route aber auch als ein Symbol der Hoffnung und neuen Verbundenheit gesehen werden: Wo sich früher Menschen bekämpft haben, da können heute zwei Deutsche und ein Belgier sorglos und lachend Rad fahren.

In diesem Sinne ist der Name genau richtig. Die Route erinnert an eine sinnlose Trennung, überwindet aber gleichzeitig diese Trennung, diesen Divide. Sie hat dafür gesorgt, dass so unterschiedliche Menschen wie Holger, Guido und ich zusammen Rad fahren.

Aber durch den Westwall-Divide werden Menschen neu zusammengebracht

Vielen Dank Guido und besonders Holger für die Initiative! Möge diese Route noch viele Menschen unterschiedlichster Art und Nationen zusammen bringen!

Die gesamte Strecke des Westwall-Divides:

Herunterladen kann man die Strecke auf Holgers Eifel-Graveller-Seite, auf der er auf Komoot verlinkt:

Viele weitere Fotos zu unserer Fahrt, von Bunkern, Panzersperren und fröhlichen Radfahrern gibt es hier.

0 Kommentar

Mehr Beiträge

Kommentiere diesen Beitrag