“Eigentlich geht hier der Weg lang” – ein Komoot-Härtetest

by Benni

Update: Komoot hat sich kurz nach Veröffentlichung dieses Artikels bei mir gemeldet und meine Beschreibung etwas korrigiert. Einen Auszug der Email findet sich am Ende dieses Artikels.


Als ich vor 15 Jahren mit dem Touren-Radfahren angefangen habe, gab es noch keine Software, mit der ich meine Strecken hätte planen können. Meistens bin ich deshalb ausgeschilderten Radrouten gefolgt. Wenn ich doch einmal auf möglichst kurzem Weg von A nach B kommen wollte, lief es letztendlich darauf hinaus, den großen Land- und Bundesstraßen zu folgen – kein allzu großes Vergnügen.

Ich hatte lange davon geträumt, dass ich nur Start- und Zielpunkt eingeben muss und mir durch einen intelligenten Algorithmus eine schöne Route ausgespuckt wird – etwas, das es für das Auto schon seit langer Zeit gab. Als dann endlich die ersten digitalen Fahrradroutenplaner erschienen, hat das mein Radleben komplett verändert.

Nein, das Foto stammt nicht aus den 70ern, trotzdem hatte ich 2008 noch keine Navigationssoftware – dafür schöne Haare und eine coole Sonnenbrille

Komoot wird dieses Jahr zehn Jahre alt. Ich nutze die Software seit meiner großen Reise durch 24 Länder, also seit zwei Jahren. Und ich bin begeistert – sie kann tatsächlich genau das, von dem ich schon seit Jahren geträumt habe: Mich auf schönen Routen und verkehrsarmen Wegen, die ich niemals mit Hilfe von Papierkarten gefunden hätte, an mein Ziel bringen.

Mittlerweile kann Komoot allerdings noch mehr: Bei der Routenplanung kann man angeben, ob man mit dem Tourenrad, Rennrad oder dem Mountainbike unterwegs sein wird. Je nach Gefährt empfiehlt Komoot ganz unterschiedliche Strecken. Bisher hatte ich hauptsächlich den Touring- und Rennradmodus gewählt. Jetzt, zum zehnjährigen Geburtstag, dachte ich mir: Es ist an der Zeit, Komoot einem Härtetest zu unterziehen: Was kann die Software nach zehn Jahren? Was taugt der MTB-Modus?

Bevor es losgeht ein Hinweis: Ich werde nicht von Komoot gesponsort, sondern bin tatsächlich begeistert von dieser Software. Sie ist das Beste, was es in diesem Bereich im Moment auf dem Markt gibt. Ich schreibe hier also als (zahlender) Nutzer und gebe meine ehrliche Erfahrung ohne Verpflichtung gegenüber Komoot wider.

15 Minuten Planung

Für den Test habe ich zwei Tage Zeit, Pfingstsamstag und -sonntag. Ich nehme mir vor, von Gevelsberg aus eine 250 Kilometer lange Runde durch das Bergische Land zu drehen. Am Freitagabend setze ich mich also an den Computer und stelle die Strecke zusammen.

Wenn man keine spezifischen Zwischenziele ansteuern oder ganz bestimmte Streckenabschnitte fahren will, geht die Planung ganz schnell. Ich gebe meine Heimatadresse als Start- und Zielpunkt ein, füge acht Zwischenziele hinzu, die mir auf der Karte als Highlights angegeben werden und sich gut zu einer Runde verbinden lassen und wähle zum Schluss als Sportart den MTB-Modus – fertig.

Komoot stellt mir eine 244 Kilometer lange Strecke zusammen. Insgesamt soll es gut 5000 Meter bergauf gehen. Puh! 5000 Höhenmeter auf 244 Kilometer, das bedeutet enorm viel Kletterei. Aber es soll ja schließlich ein Mountainbike-Tour durch das Bergische Land sein. Besonders die ausgewählten Highlights hören sich vielversprechend an: Schevelinger Talsperre, Aussichtsturm auf dem Knollen, Ginsburg, Rothaarsteig, Kückelheimer Tunnel und Schombergturm. Ich bin gespannt, wie gut sich der Track zwischen diesen Orten wirklich fahren lassen wird.

Hier die Route mit direktem Link zu Komoot:

Packen für den Overnighter

Das Packen dauert deutlich länger als die Routenplanung. Ich will etwas machen, was neuerdings in der Radfahrszene Overnighter genannt wird, also eine kleine Tour, auf der ich einmal draußen übernachte. Schlafsack, Inlett, Isomatte und Biwaksack kommen also mit. Außerdem nehme ich viel Verpflegung mit, ich werde nur durch wenige Ortschaften mit Einkaufsmöglichkeiten kommen. Da es die beiden Tage allerdings nicht regnen soll, lasse ich zumindest die Regenklamotten daheim.

Alles, was ich für die beiden Tage dabei habe

Los geht’s: Premiumweg und Bauers Feld

Am Samstagmorgen um 8 Uhr ist dann alles bereit und ich rolle los. Ab jetzt und für die nächsten knapp 250 Kilometer folge ich der Linie auf meinem Wahoo-Navi. Ich nehme mir vor, nur den Track zu verlassen, wenn es wirklich unmöglich ist, der vorgeschlagenen Strecke zu folgen.

Nach Ennepetal geht es auf einer mir gut bekannten Strecke entlang, dahinter biege ich aber schon auf die erste unbekannte Straße ab. Es geht das Hülsenbeckertal hinauf. Die Straße westlich und östlich von diesem Tal kenne ich von meinen Rennradtouren, in dem Tal selber war ich allerdings noch nie unterwegs. Es ist ein wahrer MTB-Premiumweg gleich zu Beginn: Auf einem gut befahrbarem Schotterweg geht es an einem kleinen Bach hinauf nach Rüggeberg.

Dahinter biegt der Track auf den Wappenweg-Wanderweg ab. Wie schön, dass mich Komoot hier langführt! Von der MTB-Tauglichkeit dieses Wanderweges konnte ich mich vor zwei Wochen schon überzeugen (siehe hier).

Noch vor Radevormwald gibt‘s dann aber die erste sehr seltsame Streckenführung: Mein Navi zeigt mir an, dass ich für etwa 500 Meter die Landstraße verlassen und einem kleinen Weg, der parallel zu ihr läuft, folgen soll. Von Weitem kann ich aber keinen Weg erkennen, sondern nur ein Feld. Und auch von Nahem wird‘s nicht besser. Ich sehe keinen Weg, nicht einmal einen Pfad, stattdessen nur eine Wiese, auf der ein Bauer gerade mit seinem Trecker das Heu wendet. Ich versuche, trotzdem der Linie auf meinem Bildschirm zu folgen. Der Bauer beobachtet mich irritiert.

Wie funktioniert Komoot überhaupt?

Zurück auf der Landstraße biegt der Track direkt wieder auf einen kleinen Weg ab. Es geht gut auf einem Waldweg bis kurz vor einen Flugplatz voran. Dort versucht mich Komoot allerdings erneut für wenige hundert Meter von der Landstraße weg zu führen. Ich lande auf einem Weg, der offensichtlich seit vielen Jahren nicht mehr genutzt wird und unbefahrbar ist. Ich trage und wuchte mein Fahrrad über totes Holz und durch Gestrüpp zurück zur Straße.

Wie kann das sein? Komoots primäre Grundlage bilden die OpenStreetMap-Daten. An diesen frei zugänglichen Karten- und Geoinformationen kann jeder mitarbeiten, sodass sie meist detaillierter sind, als die kommerzieller Anbieter. Offensichtlich sind die Wege und Linien, denen ich da gerade gefolgt bin, auch eine Linie auf der OpenStreetMap.

Zusätzlich nutzt Komoot allerdings auch etwas, das man Crowdsourcing nennt: Alle Nutzer von Komoot können nach einer Tour Rückmeldung über die Fahrbarkeit einer vorgeschlagenen Strecke und eigene Streckenempfehlungen geben. Damit erhält Komoot zusätzliche Daten.

Ich hätte vermutet, dass hier in dieser Region viele Radfahrer unterwegs sind, es viele Rückmeldungen gibt und ich mich auf die Streckenführung verlassen kann. Schon nach den ersten 30 Kilometern muss ich diese Erwartung aber herabsetzen. Mal sehen, was mich noch so erwartet.

Privatgrundstücke und ganz viele Zäune

Doch leider lande ich auch in der Folge immer wieder in Sackgassen. Zweimal komme ich vor Schildern zum Stehen, die die Durchfahrt verweigern wollen, da es sich um „Privatgrundstück“ handeln würde. In beiden Fällen riskiere ich es trotzdem und rolle weiter – ohne Probleme.

Viel häufiger noch komme ich an Zäunen zum Stehen. Komoot zeigt mir jeweils an, dass dahinter der Weg weitergehen soll, ich sehe allerdings jeweils nur ein Geflecht an Pfählen und Stacheldraht und dahinter eine Kuhweide. In manchen Fällen kann ich noch die Überreste von Wegen hinter den Zäunen erkennen, offensichtlich wurden diese Wege aber schon seit vielen Monaten, wenn nicht sogar Jahren nicht genutzt.

Ich wundere mich erneut, wie es passieren kann, dass mir die Navigationssoftware solche seit langer Zeit nicht mehr existierenden Wege empfiehlt und warum die Crowd, die intelligente Masse der Komoot-Nutzer, noch nicht zu einer Verbesserung geführt hat.

Im Falle der Zäune muss ich fast immer den Rückwärtsgang einlegen, zur letzten großen Kreuzung zurückkehren und nach einer Umleitung suchen – ärgerlich.

Es wäre allerdings unfair, nur diese Passagen zu erwähnen, an denen Komoot versagt hat. In den allermeisten Fällen werde ich nämlich auf Wege geführt, die ohne Probleme fahrbar sind. Und nicht nur das – sie sind auch wunderschön! Es geht ganz abwechslungsreich durch Täler, durch schattige Wälder und über Panoramawege. Fast nie rolle ich über Asphalt, sondern fast immer über Schotter, ab und zu sogar richtig gut fahrbare Singletrails, die ich nie ohne Komoot gefunden hätte.

Talsperren und viel Betrieb

Auch ein Highlight sind die vielen Talsperren in diesem Teil des Bergischen Landes. Es beginnt mit der Schevelinger Talsperre, danach folgen die Kerspe-, die Lingese-, die Genkel und die Aggertalsperre. An und um die Talsperren ist jeweils sehr viel los, es ist Samstag und das Wetter super. Viele Menschen wollen offensichtlich der Corona-Isolation entkommen.

Zwischen den Seen führt mich Komoot jedoch jeweils aus den Tälern heraus und hinauf auf die einsamen Berge drumherum. Ich bin also immer wieder plötzlich von vielen bade- und ausflugslustigen Menschen umgeben, bevor ich mich wieder einen ganz einsamen Waldweg hinaufstrample.

Interessanterweise führt mich Komoot im Fall von zwei Talsperren nicht direkt ans Ufer, obwohl dieses zugänglich wäre. Zweimal muss ich den Track also kurz verlassen, um die Talsperren trotzdem zu sehen. Das zeigt mir, dass Komoot einen nicht automatisch zu “Highlights” führt, auch wenn die Strecke ganz nahe an ihnen vorbeiführt. Man muss diese bei der Streckenplanung ganz bewusst auswählen.

Endlose Waldwege

Nach der letzten Talsperre wird es deutlich ruhiger. Ich nähere mich dem Rothaargebirge und seinen großen, zusammenhängenden Waldgebieten. Hier führt mich Komoot nur ganz selten in eine Sackgasse, meistens folge ich kilometerlangen, breiten Waldwegen.

Ich vermute, dass solche Schotterwege die präferierte Option im MTB-Modus ist. Bei der Routenplanung kann man auch den Enduro-MTB-Modus wählen, dieser würde einen vermutlich noch mehr auf enge Wanderwege, auf Wurzelpfade und allgemein auf technisch anspruchsvolle Strecken führen.

Aber ich bin zufrieden mit der Streckenwahl. Auf den Waldautobahnen muss ich zwar viel klettern, grundsätzlich komme ich aber schnell voran. Nur ab und an werde ich auf steile und wurzelige Wanderwege geführt, die mich zum Schieben zwingen.

Noch seltener muss ich in diesem Abschnitt den Track verlassen. Ganz selten kommt es vor, dass Komoot einen von mehreren parallel laufenden Waldwegen wählt, der ganz zugewachsen und schlichtweg unpassierbar ist. In diesen Fällen finde ich schnell eine alternative Route, indem ich einfach auf den nächsten Waldweg abbiege, der in etwa die selbe Richtung führt. Der Anschluss an die eigentlich Route ist in den meisten Fällen einfach zu finden.

Am Abend erreiche ich die Ginsburg, eine Ruine aus dem 13. Jahrhundert. Ich hatte diesen Ort als drittes Highlight auf der Karte ausgewählt. Die Gaststätte neben der Burg ist wegen Corona noch geschlossen, ich bin der einzige Burgbesucher.

Ein einsamer Besucher der Ginsburg

Biergelage im Wald

Überhaupt begegnen mir an diesem Nachmittag und Abend nur ganz wenige Menschen. An einer Quelle erfreue ich mich nicht nur des Wassers, sondern auch der Begegnung mit zwei Spaziergängern.

Später komme ich an einer Wanderhütte vorbei, um die herum verschiedene Wohn- und Getränkewagen geparkt sind. Ich halte an, schnell stehen einige Männer um mich herum und hören gespannt zu, wie ich ein bisschen von meiner Tour erzähle. Sie wiederum erzählen mir, dass sie sich seit ihrer Schulzeit zur Pfingstzeit treffe und – Bier trinken. Die Menge an Flaschen, die sie nach zwei Tagen geleert haben, ist beeindruckend.

Ich verzichte auf die Einladung zu einem Bier, lasse mir jedoch gerne den Weg zu einer schönen Schutzhütte an der Eder erklären. Das hört sich nach einer guten Übernachtungsstelle an! Ich verlasse also die Komoot-Route, finde schnell die Hütte und rolle meinen Schlafsack aus. Der erste Teil und 125 Kilometer sind geschafft.

Der Rothaarsteig

Am Morgen breche ich um kurz nach sechs auf. Es ist kalt, aber die Sonne scheint, ein schöner Tag steht bevor. In Wingeshausen komme ich schnell wieder auf den Track, dieser führt mich direkt hinauf auf den Rothaarsteig. Mal wieder ein Wanderweg, welcher sich ideal auch mit dem Mountainbike nutzen lässt. Hier kann Komoot auch nicht viel falsch machen, es geht die ganze Zeit auf dem Kamm des Rothaargebirges entlang.

Nach etwa zehn Kilometern überschneidet sich der Steig mit dem Waldskulpturenweg, einem gut 20 Kilometer langem Weg, an dessen Rand es elf Skulpturen moderner Kunst zu bewundern gibt. Mal wieder ist Komoot nicht bedacht, zu allen „Highlights“, in diesem Fall also zu allen Skulpturen zu führen. Und auch ich verspüre nicht den Drang, mir alle anzusehen. Aber an ein paar komme ich schon vorbei. Besonders ein paar Metallquadrate haben es mir und meiner Kamera angetan.

Neben Skulpturen soll es in dieser Gegend auch freilaufenden Wisente geben, zumindest zeugen davon einige Hinweisschilder und verstärkte Zäune. Von diesen Wisenten begegnet mir allerdings keines.

Wanderer und E-Biker

In dem wunderschönen Ort Schmallenberg lege ich eine Bäcker-Frühstückspause ein, bevor ich mich erneut in die Berge und Wälder stürze. Die folgenden Stunden enttäuscht mich Komoot kein einziges Mal. Ununterbrochen geht es auf wunderschönen Wegen voran. Nur einmal muss ich mein Rad über einen Zaun wuchten, den ein Bauer offensichtlich provisorisch hier aufgestellt hat – etwas, das einem natürlich immer mal passieren kann, wenn man solch wenig genutzten Wegen folgt.

Noch herausfordernder als dieser Zaun stellen sich die vielen Wanderer und Radfahrer heraus, die sich mit der zunehmenden Wärme des Tages immer mehr auf den Waldwegen tummeln. Wieso ich gestern die meiste Zeit fast alleine in der Natur unterwegs war, heute aber dauernd Wanderern und E-Bikern ausweichen muss, kann ich mir nicht ganz erklären. Vielleicht waren gestern – Samstag – alle einkaufen? Oder bin ich gerade in einer besonders beliebten Ausflugsregion unterwegs und ist deshalb die Strecke, die Komoot hier empfiehlt, ohne Makel?

Dieser Modus hat es in sich

Als fünftes Highlight hatte ich den Kückelheimer Tunnel ausgewählt. Der letzte Kilometer dorthin ist zur Abwechslung eine erholende Wohltat, er führt nämlich auf einer ehemaligen Bahntrasse entlang.

Während ich darauf voranrolle, wird mir bewusst, dass ich seit gestern und dem Verlassen von Gevelsberg fast gar nicht mehr länger als einen Kilometer am Stück über Asphalt und über eine flache Strecke gerollt bin. Dieser MTB-Modus von Komoot versteht es tatsächlich meisterhaft, einen kontinuierlich zu fordern.

Aber ich genieße es, es ist genau das, was ich für dieses Wochenende wollte. Direkt hinter dem Tunnel geht es erneut bergauf, die folgenden Kilometer und Stunden wieder munter die Hügel des Bergischen Landes hinauf und hinab.

15 Kilometer cheaten

Pünktlich, als ich nach Breckerfeld komme und es nur noch 15 Kilometer bis zum Ziel sind, gibt mein Hinterreifen den Geist auf. Die letzten beiden Tage haben ihn ordentlich gefordert, er hat mehrere Durchstiche, die die Silikon-Flüssigkeit nur mühsam abdichten kann, ich muss immer wieder nach- und aufpumpen. (Randnotiz: Dies wird das letzte Mal gewesen sein, dass ich mich für den Continental RaceKing entscheide; obwohl er Protection heißt, hat er sich einfach als zu pannenanfällig erwiesen.)

Deshalb, und auch, weil ich den Weg von hieran einfach zu gut kenne und der Versuchung nicht widerstehen kann, entscheide ich mich dafür, für diese letzten Kilometer nicht mehr dem Track zu folgen. Dieser würde mich nochmals 200 Höhenmeter hinauf und direkt danach wieder hinab führen. Ich folge stattdessen dem ausgeschilderten Radweg und genieße es, die letzten Kilometer entspannt nach Hause zu rollen.

Um 18 Uhr, 250 Kilometer, 5000 Höhenmeter und 34 Stunden später kehre ich glücklich und müde nach Gevelsberg zurück.


Fazit des Härtetestes

Was lässt sich nach diesem Härtetest über den MTB-Modus von Komoot insgesamt sagen?

Zunächst das Positive

was – trotz der textlichen Kürze – deutlich überwiegt:

  • Der Modus funktioniert! Komoot führt einen mit diesem Modus tatsächlich über Wege, für die ein Mountainbike ideal geeignet ist – etwas, das ich mir vor wenigen Jahren noch nicht hätte erträumen lassen.
  • Durch den Modus lassen sich Wege und Orte entdecken, auf die man mit der Papierkarte in der Hand wenn dann nur durch Zufall gestoßen wäre. Besonders hilfreich sind hierfür die vielen Highlights und sogar kleinen Wegabschnitte, die andere Nutzer empfehlen und markieren.

Negativ ist mir aufgefallen:

  • Die Funktion ist noch weit davon entfernt, perfekt zu sein. Das ist natürlich auch schwer möglich. Trotzdem habe ich mich teilweise stark gewundert, wie viele alte, unbenutzbare Wege einem empfohlen werden.
  • In Regionen, in denen die OpenStreetMap-Daten nicht auf dem neuesten Stand sind, leidet auch Komoot darunter. Hier scheint offensichtlich auch das Crowdsourcing nicht viel zu helfen – noch nicht.
  • Immer wird man über privates Gelände geführt, das unter Umständen auch abgezäunt ist. Solange dies die OSM-Daten allerdings nicht erwähnen, scheint auch Komoot nichts davon zu wissen.
  • Manchmal führt der Track einen parallel zu einer asphaltierten Straße, die eigentlich ruhig und somit gut zu fahren wäre. Da der Algorithmus es aber offensichtlich nicht gerne hat, einen im MTB-Modus längerer Zeit auf Asphalt zu führen, wird man immer wieder von der Straße weggeführt – manchmal auf guten, oft aber auch auf schwer befahrbarenen Wegen.

Hilfreich zu beachten für die Nutzung des MTB-Modus:

  • Wer eine MTB-Tour mit Komoot plant, sollte die Strecke auf der Karte genau untersuchen. Einige Dinge, wie etwa das zwanghafte Umgehen von Straßen, können so behoben werden.
  • Auch in diesem Modus führt Komoot einen auf ziemlich direktem Weg vom Ausgangs- zum Zielpunkt. Das ist gut so, genau das sollte ein Routenplaner leisten!
  • Allerdings muss man sich bewusst sein, dass auf Grund dieser direkten Zielführung Sehenswürdigkeiten im wahrsten Sinne des Wortes links und rechts liegen gelassen werden. Wenn man diese Sehenswürdigkeiten nicht verpassen will, sollte man sich die Markierungen auf der Karte, die ganz nah an dem Track liegen, ansehen und sie ggf. in die Route integrieren.
  • Beim Fahren durch Waldgebiete, in denen es verschiedene Forstwege gibt, kommt es vor, dass Komoot einen über einen alten Weg führt, der nicht mehr genutzt wird und zugewachsen ist. Zu Beginn der Tour habe ich versucht, auch in solchen Fällen „tracktreu“ zu bleiben und mein Rad mühsam voran gewuchtet. Später habe ich dann aber, noch bevor ich auf solch einen Weg abgebogen bin, nach einer Umgehung auf meinem Navigationsgerät gesucht.

Hier gibt es weitere Fotos.


Hier ein Auszug aus der Email, die ich von Isabel, einer Community Managerin von Komoot, erhalten habe:

Die komoot Karten basieren komplett auf OpenStreetMaps. Es gibt keinen zusätzlichen Layer an Feedback Informationen auf komoot, der die Bewertungen von anderen Nutzern zu einzelnen Streckenabschnitten oder Highlights in deine Planung einbeziehen kann. Um Informationen auf komoot zum Vorhandensein oder den Beschaffenheiten von Wegen (Untergrund, Privatwege, Zäune…) zu überarbeiten, müssen diese Änderungen immer auf OpenStreetMaps eingetragen werden. Auch die von uns angezeigten Routen Warnungen greifen auf die Infos in OSM zurück. Diese können auf 2 Wegen geändert werden:

1. Du als Nutzer und Teil der Community übernimmst diese Änderung in OSM selbst.

2. Du fühlst dich mit dem selbstständigen Überarbeiten von OSM Wegen nicht wohl und meldest den Streckenabschnitt an unser Team. Wir überarbeiten ihn dann in OSM.

Mehr Informationen dazu findest du auch HIER. Wo du allerdings natürlich Recht hast, ist, dass die Informationen auf komoot somit über Crowdsourcing zusammengestellt und somit “Empfehlungen” sind. Denn auch OSM ist ja eine Open Source Plattform. Die Konsequenz: Wege auf komoot können immer dynamisch und selbstständig eingezeichnet und geändert werden. Bedeutet aber auch, komoot ist immer nur so gut wie die lokale Community. Ich finde den Gedanken eigentlich schön.”

Isabel, Community Managerin bei Komoot
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